News Logo
ABO

Trump mahnt Putin zu Einhaltung von Abmachungen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Trump vermisst bei Putin Handschlagqualität
©APA/APA/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/ANDREW HARNIK
Nach ungewöhnlicher Kritik am russischen Machthaber Wladimir Putin hat sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich gezeigt, dass dieser nun "seinen Teil" der Vereinbarung zur Beendigung des Ukraine-Krieges einhält. "Ich denke, er wird sich an das halten, was er mir gesagt hat", sagte Trump am Montag (Ortszeit) vor Journalisten im Weißen Haus. "Ich denke, er wird seinen Teil der Abmachung nun erfüllen." Zuvor hatte sich Trump ungewöhnlich kritisch über Putin geäußert.

von

Trump bekräftigte zudem, dass er keine "zusätzlichen" Zölle gegen Russland verhängen wolle. "Aber ich denke, ich würde etwas tun, wenn ich das Gefühl hätte, dass er nicht das Richtige tut", fügte er hinzu.

Zuvor hatte Trump Putin ungewöhnlich deutlich kritisiert. Mangels Fortschritten in den Gesprächen über eine Waffenruhe in der Ukraine äußerte sich Trump in einem NBC-Interview am Wochenende "sehr verärgert und stinksauer" (pissed off) über Putin, weil dieser die Glaubwürdigkeit des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj in Zweifel gezogen hatte. Worin die Abmachung genau besteht, dazu äußerte sich Trump bei seiner neuen Wortmeldung am Montag nicht.

Nach Trumps Äußerungen bekräftigte der Kreml dann Putins Bereitschaft zu Gesprächen mit dem US-Präsidenten. "Der Präsident bleibt offen für Kontakt mit Präsident Trump", sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Die Arbeit werde fortgesetzt, dabei gehe es neben der Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen mit den USA um die "Umsetzung einiger Ideen im Zusammenhang mit einer Lösung" des Ukraine-Konflikts. Am Dienstag bezeichnete Peskow die Bemühungen um eine Lösung für die Ukraine als "sehr komplex".

Vertreter der USA hatten in den vergangenen Wochen Gespräche über eine mögliche Waffenruhe mit Delegationen aus Russland und der Ukraine geführt. Putin hatte kürzlich den US-Vorschlag einer bedingungslosen Waffenruhe in der Ukraine zurückgewiesen und seine Forderungen nach Ablösung der ukrainischen Regierung erneuert.

Das mit Russland verbündete China bot sich bei den Bemühungen um eine Beendigung des Ukraine-Konflikts unterdessen einmal mehr als Vermittler an. Peking sei "bereit, gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft eine konstruktive Rolle bei der Beilegung des Konflikts zu spielen", sagte Chinas Außenminister Wang Yi in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der staatlichen, russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti. China wolle dabei "die Bestrebungen der beteiligten Parteien berücksichtigen", sagte der Spitzendiplomat vor einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in Moskau. Allerdings unterstütze China Russland bei der Verteidigung seiner "Interessen".

Bei seinem Treffen mit Lawrow sagte Wang, beide Länder würden "zusammenarbeiten, um neue Beiträge für Frieden und Entwicklung" zu leisten. Die beiden Außenminister würdigten die guten Beziehungen zwischen ihren Ländern. Wang sprach von einer "umfassenden Kooperation", die die chinesisch-russischen Beziehungen auf eine "neue Ebene" heben werde. Lawrow sagte, die Beziehungen beider Länder hätten ein "beispielloses Niveau" erreicht und würden sich "in allen Bereichen dynamisch entwickeln".

China stellt sich im Ukraine-Konflikt als neutrale Partei dar. Allerdings haben Moskau und Peking ihre militärischen und wirtschaftlichen Beziehungen seit dem Beginn des russischen Offensive gegen die Ukraine vor drei Jahren verstärkt. Peking hat die russische Offensive in der Ukraine nie verurteilt. NATO-Staaten werfen China deswegen vor, das Vorgehen Russlands mit zu ermöglichen.

Über die Autoren

Logo
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER