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Kanzler Stocker besuchte Zentrum für Medikamentenversorgung in Graz

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Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) und Landeshauptmannstellvertreterin Manuela Khom (ÖVP) bei ihrem Besuch des RCPE-Comet-Forschungszentrums in Graz
©APA/APA/LAND STEIERMARK
Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat am Freitag sein erster Besuch in einem Bundesland in seiner neuen Funktion in die Steiermark geführt: Gemeinsam mit Landeshauptmannstellvertreterin Manuela Khom und Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer (beide ÖVP) besuchte er das Grazer Kompetenzzentrum RCPE am Gelände der TU Graz. Es gilt als Vorzeige-COMET-Zentrum in Österreich und beschäftigt sich mit der Sicherheit der Medikamentenversorgung.

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Das COMET-Zentrum Research Center Pharmaceutical Engineering GmbH (RCPE) forscht seit 2008 an modernen Herstellungsmethoden von Medikamenten, denn mit traditionellen Mitteln dauert der Vorgang Monate. Problematisch ist laut Johannes Khinast, Geschäftsführer und wissenschaftlichem Leiter des RCPE, die Abhängigkeit von China und Indien, die rund 70 Prozent der Medikamente herstellen würden, sagte er vor Kanzler Stocker. Manche lebenswichtige Antibiotika würden nur noch aus China kommen: "Wenn da einmal ein Konflikt mit China ausbricht und diese uns die Versorgung abdrehen", würden viele Sterbefälle drohen, skizzierte Khinast die Brisanz nach.

"Wir haben aber eine Lösung", sagte der RCPE-Leiter. Mit einer funktionierenden Pilotanlage könnten auf rund 60 Quadratmeter Fläche binnen einer Woche rund 10 Mio. Tabletten produziert werden. Hinzu komme eine äußerst platzsparende und langfristige Möglichkeit zur Lagerung von Wirkstoffen. Mit der "High-Speed-Technologie" können im Bedarfs- und Krisenfall Medikamente für den österreichischen, aber auch europäischen Markt hergestellt werden. Die Anlage könne rund um die Uhr betrieben werden und die Produkttests liefen parallel.

"Das kann im Notfall ein echter Exportschlager werden", versuchte Khinast den Bundeskanzler von einer weiteren Finanzierung zu überzeugen. Konkret würden rund 60 Mio. Euro für den Bau einer weiteren Anlage benötigt, um auf den Markt zu gehen. Khinast hofft auf Gelder des Bundes. Stocker zeigte sich zwar von der "beispielgebenden" Technik überzeugt. In erster Linie gehe es ihm aber um die "Konsolidierung des Budgets und ich habe keine Portokasse mit", meinte er auf APA-Nachfrage. Die Finanzierung sei nicht sofort aus dem Ärmel zu schütteln, aber die Bundesregierung bekenne sich trotz Konsolidierung zu Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Stocker meinte, dass es ihm beim Besuch in der Steiermark nicht nur um den politischen Austausch gehe - er hatte am Vormittag auch ein Treffen mit Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ): "Es geht auch um Themen, die wir gesamtstaatlich bewegen müssen." Österreich sei ein Forschungs- und Entwicklungsland, doch "der Anspruch muss sein, noch besser zu werden". Das RCPE in Graz sei ein Best-Practice-Beispiel und zeige auch auf, wie man etwa Zöllen seitens der USA begegnen könne. Diese Handelserschwernisse seien "nicht zur Freude" von Stocker: "Das wird den Wohlstand nirgends stärken. Das ist eine Lose-Lose-Situation." Eine europäische Antwort werde folgen, kündigte der Kanzler an.

Das RCPE ist ein K1 COMET-Zentrum im Rahmen des Programms Competence Centres for Excellent Technologies (COMET). Es befindet sich im Eigentum der TU Graz, der Universität Graz und der steirischen Joanneum Research GmbH.

GRAZ - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/LAND STEIERMARK

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