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Jeder See hat seinen eigenen Blaualgen-Cocktail

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Diverse Blaualgencocktails im Forscher-Kühlschrank
©APA/APA/TU GRAZ/HELMUT LUNGHAMMER
Gegen Blaualgen gibt es kein Patentrezept. Methoden zur Vorhersage der toxischen Blüten, die in einem See funktionieren, können laut Forschenden des Eidgenössischen Wasserforschungsinstituts Eawag in einem anderen See komplett versagen. Giftige Blaualgen können sich im Sommer in Seen explosionsartig ausbreiten. Bei einer solchen toxischen Algenblüte müssten die Behörden rasch Maßnahmen wie ein Badeverbot ergreifen können, betonte das Eawag in einer Mitteilung vom Donnerstag.

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Um zu wissen, wann solche Maßnahmen ergriffen werden müssen, werden im Rahmen von Überwachungsprogrammen bestimmte Biomoleküle gemessen, die von Blaualgen produziert werden. Traditionell wird im Wasser nach Pigmenten wie Chlorophyll gesucht, die anzeigen, dass toxische Blaualgen wachsen.

Die Wissenschafterinnen und Wissenschafter der Eawag haben nun in einer Studie gezeigt, dass diese Pigmente im Fall des Greifensees im Kanton Zürich kaum eine Vorhersagekraft haben - ebenso wenig wie einige andere Indikatormoleküle, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO vorgeschlagen wurden. Insgesamt untersuchten die Forschenden 850 Proben aus dem Greifensee. Dabei identifizierten sie vier Biomoleküle, die für die Vorhersage funktionieren.

Das bedeute aber nicht, dass sie auch in anderen Seen funktionieren, so die Eawag. Denn zwischen den einzelnen Seen gibt es große Unterschiede, die mit seinen physikalischen und ökologischen Eigenschaften zusammenhängen und damit auch damit, welche Blaualgen darin vorherrschen. Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien. Fachleute sprechen daher von Cyanobakterien. Der Name Blaualgen ist historisch bedingt, da sie früher wegen ihrer blaugrünen Farbe fälschlicherweise für Algen gehalten wurden.

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