von
Insgesamt wurden rund 1.000 Unternehmen von Makam-Research befragt. Sie beschäftigen laut Ruck rund 15 Prozent aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Wiens. Die Analyse wird alle zwei Jahre durchgeführt. Bildung, so hob der Kammerchef hervor, sei ein zentrales Thema für die Wirtschaft in Wien. Denn die Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen sei durchaus groß. Die in die Pension wechselnden Babyboomer könnten von ihnen ersetzt werden, allerdings nur bei guter Ausbildung, gab Ruck zu bedenken.
Laut der Analyse ist die Nachfrage nach Personen mit HTL- oder FH-Ausbildung am größten. Rund ein Drittel der Firmen wollen in den nächsten Jahren mehr von ihnen beschäftigen. Gefragt sind vor allem die Bereiche Informatik, Elektrotechnik oder Informationstechnologie bzw. im Bereich der Fachhochschulen Ingenieurswissenschaften. Allerdings beklagen ebenfalls rund ein Drittel der Unternehmen einen Mangel an entsprechendem Personal.
Immer wichtiger wird auch der Bildungsbedarf in Sachen Künstlicher Intelligenz. Jobsuchende können sich darauf einstellen, dass sie immer öfter nach KI-Kenntnissen gefragt werden. Für 35 Prozent der Unternehmer sind solche Anwendungen jetzt schon relevant, hieß es. Die Zahl dürfte sich ändern: Laut der Erhebung wird in wenigen Jahren schon jedes zweite Unternehmen Wert auf entsprechende Kompetenzen legen.
Durchwachsen wird die Situation in Sachen Lehre beurteilt. Die Firmen orten laut der Bedarfsanalyse ein oft schlechtes Bildungsniveau. 21 Prozent der Betriebe konnten offene Stellen oft gar nicht besetzen. Der Wiener Bildungsstadtrat Wiederkehr will als wohl künftiger Bildungsminister hier gegensteuern, wie er versprach. "Jugendliche, die von der Schule kommen, müssen über Grundkenntnisse in Lesen, Schreiben und Rechnen verfügen." Auch den Ausbau von HTL- und FH-Plätzen will er forcieren.
Christoph Wiederkehr und Walter Ruck mit der Bildungsbedarfsanalyse