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Selenskyj: Schweigen ermuntert Kreml zu weiteren Attacken

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Selenskyj von den USA enttäuscht
©APA/APA/AFP/ROMAN PILIPEY
Nach dem folgenschweren russischen Angriff auf seine Geburtsstadt Krywyj Rih hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Welt davor gewarnt, zu schweigen. "Dieser Angriff ist einer der dunkelsten Momente für Krywyj Rih", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft zu dem Raketenangriff, bei dem 18 Menschen, unter ihnen neun Kinder, ums Leben gekommen waren. Die weltweiten Reaktionen zeigten, dass sich viele klar "gegen den russischen Terror" stellten.

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Man dürfe nicht die Augen verschließen, mahnte Selenskyj. "Es ist falsch und gefährlich, darüber zu schweigen, dass es Russland ist, das Kinder mit ballistischen Raketen tötet", sagte er. "Es stachelt den Abschaum in Moskau nur an, den Krieg fortzusetzen und die Diplomatie weiter zu ignorieren." Schwäche habe noch nie einen Krieg beendet.

Moskau hatte den Angriff bestätigt, sprach aber von einem "Hochpräzisionsschlag". Getroffen worden seien ukrainische Kommandanten mit ihren westlichen Instrukteuren, hieß es. Auf den von ukrainischer Seite veröffentlichten Bildern vom Ort des Angriffs waren keine Hinweise auf militärische Ziele zu sehen. Der Kiewer Generalstab schrieb auf Telegram von einer Lüge.

Die Reaktion seitens der USA bezeichnete Selenskyj als enttäuschend. Mehrere Botschaften in Kiew hätten den Angriff von Freitag verurteilt und Russland dafür verantwortlich gemacht, schrieb Selenskyj auf X. Die Erklärung der US-Botschaft habe indes keinen Hinweis auf Russland enthalten.

"Leider ist die Reaktion der US-Botschaft überraschend enttäuschend - ein so starkes Land, ein so starkes Volk, und doch eine so schwache Reaktion", postete Selenskyj auf Englisch. "Sie haben Angst, das Wort 'russisch' auch nur auszusprechen, wenn es um die Rakete geht, die Kinder ermordet hat."

Samstagabend überzog das russische Militär mit neuen Drohnenschwärmen die Ukraine. Medienberichten zufolge wurden über verschiedenen Landesteilen größere Gruppen von Drohnen gesichtet, die von der Flugabwehr unter Beschuss genommen wurden. Die Ziele der Kampfdrohnen waren zunächst nicht erkennbar.

Aus der Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine wurden erste Einschläge von Kampfdrohnen gemeldet. Dabei seien zwei Wohnhäuser in Brand gesetzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Vitali Kim auf Telegram mit. Über eventuelle Opfer der Angriffe lagen vorerst keine Angaben vor.

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