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US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Monats in einem Brief an den Obersten Führer der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Khamenei, dem Iran militärische Konsequenzen angedroht, sollte es kein neues Atomabkommen geben. "Es gibt zwei Möglichkeiten, mit dem Iran umzugehen: militärisch oder man schließt einen Deal ab", schrieb Trump.
Am Freitag legte er nach: . "Meine große Präferenz ist (....), dass wir uns mit dem Iran einigen. Aber wenn wir es nicht schaffen, werden dem Iran schlimme, schlimme Dinge passieren", sagte Trump zu Reportern im Weißen Haus.
Khamenei bezeichnete Trumps Botschaft als irreführend. Außenminister Abbas Araqchi sagte am Donnerstag, Gespräche seien unmöglich, wenn die USA ihre Politik des "maximalen Drucks" nicht änderten. Der Iran habe Trumps Brief gründlich geprüft und über den Oman eine "angemessene Antwort" übermittelt, sagte Araqchi.
"Unsere Politik ist es nach wie vor, keine direkten Verhandlungen zu führen, solange wir unter maximalem Druck und militärischen Drohungen stehen, aber wie in der Vergangenheit können indirekte Verhandlungen fortgesetzt werden", zitierte Araqchi die Nachrichtenagentur IRNA. Zuvor hatte Kamal Kharrazi, ein Berater Khameneis, erklärt, Teheran habe nicht alle Türen geschlossen und sei zu indirekten Verhandlungen mit Washington bereit.
Die USA und der Iran unterhalten keine direkten diplomatischen Beziehungen. Am Freitag wurde Araqchi von staatlichen Medien mit den Worten zitiert, Trumps Brief enthalte zwar Drohungen, lasse aber auch Raum für diplomatische Gespräche. Nähere Angaben dazu machte er nicht.
In Trumps erster Amtszeit von 2017 bis 2021 hatten sich die USA aus dem in Wien geschlossenen Atomabkommen von 2015 zurückgezogen. Es sieht eine strikte Begrenzung der Atomaktivität des Iran vor und im Gegenzug eine Lockerung der Sanktionen gegen das Land. Nach dem Rückzug der USA aus der Vereinbarung verstieß der Iran wie angekündigt gegen die Auflagen und überschritt die Grenzwerte bei seiner Uran-Anreicherung.
Hintergrund der Auseinandersetzungen sind Befürchtungen, der Iran strebe unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms nach Nuklearwaffen. Die Islamische Republik bestreitet, an der Entwicklung einer derartigen Waffe zu arbeiten. Allerdings sind die Vorräte des Iran an auf bis zu 60 Prozent Reinheit angereichertem Uran - also nahe der waffentauglichen Qualität von etwa 90 Prozent - sprunghaft angestiegen, wie die Internationale Atomenergie-Behörde IAEA Ende Februar mitteilte.