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Großangriff auf ukrainisches Energiesystem

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Ukraine soll umfangreiches Militärhilfspaket der USA erhalten
©APA/APA/AFP/GENYA SAVILOV
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Die Ukraine hat im Zuge von russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur mehrere Atomkraftwerke vom Netz genommen. Das sagte ein Insider der ukrainischen Energiebranche der Nachrichtenagentur Reuters. Aus dem ganzen Land wurden am Donnerstag Luftangriffe und Explosionen gemeldet. Hunderttausende Menschen wurden von der Stromversorgung abgeschnitten. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe landesweiten Luftalarm ausgelöst.

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Von Stromausfällen im Zuge der Angriffe betroffen sind die Hauptstadt Kiew sowie die südlichen Regionen Odessa und Mykolajiw, die westlichen Regionen Lwiw, Wolhynien und Riwne sowie Dnipropetrowsk und Donezk im Osten. In den westlichen Regionen Lwiw, Riwne und Wolyn hunderte Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt hatten insgesamt mehr als eine Million Menschen am Donnerstag keinen Strom, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Teilweise habe es auch Störungen bei der Wasserversorgung gegeben. Einschläge gab es Behördenangaben nach in der Gebietshauptstadt Luzk.

In der Region Lwiw seien 523.000 Stromkunden von der Energieversorgung abgeschnitten, erklärte der dortige Gouverneur Maksym Kosyzkyj in Online-Netzwerken. Die Behörden in Riwne sprachen von 280.000 betroffenen Haushalten. Vor allem in der Gebietshauptstadt Riwne sei ein Teil der Schulen auf Fernunterricht umgestellt worden. Im benachbarten Gebiet Wolhynien an der polnischen Grenze waren mehr als 200.000 Haushalte von der Energieversorgung abgeschnitten. Der Betreiber des nationalen Stromnetzes DTEK führte nach eigenen Angaben Notstromabschaltungen vor allem in Kiew, Odessa und Dnipro aus.

Explosionen wurden zudem aus fast allen Landesteilen gemeldet, unter anderem auch im ostukrainischen Charkiw und dem zentralukrainischen Kropywnyzkyj. Jeweils einen Verletzten gab es Behördenangaben nach in den Gebieten Winnyzja und Odessa. Schäden an Gebäuden gab es demnach in den westukrainischen Gebieten Iwano-Frankiwsk und Tscherniwzi (Czernowitz). Wegen russischer Raketen und vorheriger Drohnenangriffe galt in der Hauptstadt Kiew in der Nacht bis in die Morgenstunden über neun Stunden am Stück Luftalarm. Die ukrainische Luftwaffe berichtete am Vormittag, 79 Raketen und 35 Drohnen während des nächtlichen Angriffs abgeschossen zu haben.

Russland und die Ukraine hatten in der vergangenen Woche ihren gegenseitigen Beschuss verstärkt, nachdem Kiew nach einer Freigabe aus Washington vergangene Woche erstmals Ziele innerhalb Russlands mit US-Raketen des Typs ATACMS angegriffen hatte. Der Kreml reagierte darauf mit dem erstmaligen Einsatz einer neuartigen russischen Mittelstreckenrakete.

Wie das Verteidigungsministerium in Moskau meldete, hat Russland die Siedlung Nova Illinka in der Nähe der umkämpften Stadt Kurachowe in der ostukrainischen Region Donezk eingenommen. DeepState, eine ukrainische Analysegruppe mit militärischen Kontakten, hatte bereits vor mehr als einer Woche von der Einnahme durch russische Truppen berichtet. Die ukrainische Armee hingegen erwähnte Nova Illinka in ihren täglichen Berichten nicht.

Analysten und Kriegsblogger berichteten unterdessen von schnellen russischen Vorstößen in der Ostukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete in seiner nächtlichen Videoansprache die Gebiete um Kurachowe und Pokrowsk als "Schauplatz einiger der heftigsten Kämpfe des Konflikts".

(FILES) Ukrainian servicemen of the 43 Artillery Brigade fire a 2S7 Pion self-propelled cannon towards Russian positions at a front line in the Donetsk region on September 27, 2024, amid the Russian invasion of Ukraine. Donald Trump's victory in the US presidential election, the continuing war in the Middle East or the Paris Olympics... are among the twelve events that marked the year 2024. (Photo by Genya SAVILOV / AFP)

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