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Die Stimmung zwischen den Koalitionsverhandlern war zuletzt nicht gerade gut. Zwar tagen laufend die inhaltlichen Untergruppen, doch die großen Knackpunkte blieben bisher ungelöst - von europa- und außenpolitischen Fragen bis zur von der FPÖ geforderten Bankenabgabe. Die kommenden Tage dürften also entscheidend sein, ob es was wird, oder man abbricht. Man sei jetzt in einer Phase, wo einmal Klarheit herrschen müsse, hieß es aus der ÖVP.
Von Aussagen seitens SPÖ und NEOS, wonach man weiterhin gesprächsbereit wäre, zeigte man sich in der ÖVP indes irritiert. Bei einem etwaigen Abbruch der blau-schwarzen Verhandlungen dürfte es also eher auf eine Neuwahl hinauslaufen.
Eine Rückkehr an den Verhandlungstisch der "konstruktiven Kräften" abseits der FPÖ wünschen sich unterdessen die Grünen. Sie wollen weiterhin eine Regierung mit FPÖ-Beteiligung verhindern und starten nun eine "Mitmachaktion" für Gleichgesinnte. Mittels einer E-Mail-Vorlage auf der Homepage der Grünen soll "an das Gewissen" von ÖVP-Bürgermeistern und Bezirksvertretungen appelliert werden, um innerhalb der ÖVP gegen eine Koalition mit der FPÖ aktiv zu werden, schwebt den Grünen vor. "Wer ein christlich soziales Gewissen hat und eine pro-europäische Partei sein will, regiert nicht mit Rechtsextremen", befand Grünen-Chef Werner Kogler in einer Aussendung.