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Kelag: Investitionen auf Rekordniveau trotz Ergebnisrückgang

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Die Kelag-Vorstände Danny Güthlein und Reinhard Draxler

©Daniel Waschnig Photography
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Hohe Wasserführung, strategische Investitionen und ein ambitioniertes Wachstumsprogramm: Die Kelag investierte 2024 massiv in erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur. Doch trotz Rekordniederschlägen und innovativer Projekte sank das Konzernergebnis. Wie es 2025 weitergeht, lesen Sie hier.

Die Kelag verzeichnete 2024 eine außergewöhnlich hohe Wasserführung mit monatlichen Rekordwerten, dennoch blieb das Konzernergebnis hinter dem Vorjahr zurück.

Grund dafür waren unter anderem ein milder Winter und die sinkenden Großhandelspreise für Strom. Gleichzeitig investierte das Unternehmen knapp 400 Millionen Euro in erneuerbare Energien und Netzinfrastruktur – ein klares Signal für eine nachhaltige Zukunft.

Hohe Wasserführung, dennoch rückläufiges Ergebnis

Mit einem Umsatz von 1,979 Milliarden Euro (2023: 2,219 Milliarden Euro) und einem Konzernergebnis von 438 Millionen Euro (2023: 462 Millionen Euro) fällt die Bilanz trotz idealer Wasserverhältnisse moderat aus. Vorstand Danny Güthlein erklärt: „Die herausfordernde konjunkturelle Lage und die Preisentwicklung an den Energiemärkten haben sich negativ auf das Ergebnis ausgewirkt.“

Dennoch konnte die Kelag durch eine der höchsten Wasserführungen der letzten zehn Jahre (117,2 Prozent gegenüber 105,9 Prozent im Jahr 2023) positive Impulse setzen. Besonders der Beitrag aus der Beteiligung an der Verbund Hydro Power GmbH blieb weiterhin hoch.

Rekordinvestitionen in erneuerbare Energien

Mit knapp 400 Millionen Euro an Investitionen unterstreicht die Kelag ihre Rolle als führender Player im Bereich nachhaltiger Energie. Neben dem Ausbau der Wasserkraft wurden erhebliche Mittel in Photovoltaik, Windkraft, Glasfaserinfrastruktur und nachhaltige Fernwärmenetze gelenkt.

Vorstand Reinhard Draxler betont: „Die Kelag zählt zu den investitionsstärksten Unternehmen Kärntens. Jede Investition sichert Arbeitsplätze und stärkt die regionale Wirtschaft.“ Besonders hervorzuheben sind Projekte wie der Wiederaufbau des Unwetter-betroffenen Kraftwerks Arriach, die Inbetriebnahme des Gemeinschaftskraftwerks Lamnitz sowie die Erweiterung des Glasfasernetzes für rund 10.000 Haushalte und Unternehmen.

Windkraft als Schlüssel zur Unabhängigkeit

Um die Winterstromlücke in Europa zu schließen, setzt die Kelag verstärkt auf Windenergie. Der Konzern betreibt bereits 20 Windkraftanlagen in Österreich und entwickelt weitere Projekte. Auch international ist das Unternehmen aktiv: Über die Tochtergesellschaft Kelag International werden derzeit 29 Windkraftanlagen in Südosteuropa betrieben, zehn weitere befinden sich in Bau.

Zusätzlich verfügt Kelag International über 39 Wasserkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 170 Megawatt sowie PV-Anlagen mit 23 Megawatt-Peak. „Unsere Expertise in erneuerbaren Energien nutzen wir gezielt, um Europas Importabhängigkeit zu reduzieren und qualifizierte Arbeitsplätze in Klagenfurt zu schaffen“, so Güthlein.

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Die Kelag betreibt bereits 20 Windkraftanlagen in Österreich und entwickelt weitere Projekte.

 © Kelag

2025: Noch höhere Investitionen geplant

Mit einem Investitionsprogramm von rund 460 Millionen Euro setzt die Kelag auch 2025 auf Wachstum. Bis 2034 sollen insgesamt 3,8 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, Wärmenetze und Strominfrastruktur fließen. Draxler: „Wir gestalten ein zukunftssicheres Energiesystem mit einer Balance aus Versorgungssicherheit, Leistbarkeit und Ökologisierung.“

Allerdings rechnet der Vorstand für 2025 mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. Gründe dafür sind die weiterhin fallenden Großhandelspreise für Strom sowie eine verringerte Gewinnerwartung aus der Verbund-Beteiligung. Zudem könnten regulatorische Maßnahmen, wie der geplante jährliche Standortbeitrag der Energieversorger in Höhe von 200 Millionen Euro, weitere Unsicherheiten mit sich bringen.

Fazit: Nachhaltige Transformation mit Herausforderungen

Trotz eines Ergebnisrückgangs bleibt die Kelag ihrem Kurs treu: massive Investitionen in eine nachhaltige Energiezukunft, strategische Expansion in der Windkraft und ein klarer Fokus auf regionale Wertschöpfung. Ob die ehrgeizigen Wachstumspläne in einem volatilen Marktumfeld aufgehen, wird sich im nächsten Geschäftsjahr zeigen.

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