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Metalheads als Repräsentanten der Māori: Alien Weaponry

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Rockband Alien Weaponry vermittelt Indigenen-Kultur
©APA/APA/Frances Carter/NapalmRecords/Frances Carter
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In der Kosmologie der Māori Neuseelands wird die Sonne durch Tama-nui-te-rā repräsentiert, den Gott, dessen Namen die Band Alien Weaponry zum Titel ihres dritten Albums "Te Rā" gemacht hat. Die Groove-Metal-Formation aus Waipu versteht sich als Repräsentanten der Indigenen Neuseelands, der die Musiker selbst angehören. "Unser Ziel ist nicht, viel Geld zu verdienen, sondern unsere Musik zu spielen und Geschichten zu erzählen", betonte das Trio in einem APA-Interview.

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Einer seit Generationen überlieferten Geschichte zufolge raste Tama-nui-te-rā in solchem Tempo über den Himmel, dass den Menschen täglich nur eine Stunde Sonnenlicht zur Verfügung stand. Da trat Māui, in der Māori-Mythologie ein Halbgott und für seine Heldentaten bekannter schlauer Trickser, auf den Plan: Er überfiel Tama-nui-te-rā, fesselte ihn und zwang ihn, langsamer zu werden.

"Ich habe diese Geschichte schon in jungen Jahren gelernt", wird Alien Weaponry-Gitarrist und Frontman Lewis Raharuhi de Jong in einer Presseaussendung der österreichischen Plattenfirma Napalm Records zitiert. "Ich habe sie praktisch seit meiner Geburt gehört, zusammen mit der Geschichte, wie Māui die Nordinsel Neuseelands aus dem Meer gefischt hat." Sein Bruder Henry de Jong am Schlagzeug hielt im Gespräch mit der APA fest: "Es ist uns sehr wichtig unsere Kultur zu vermitteln. Das war für uns ein Grund, diese Band zu gründen. Wir wollen Menschen nicht nur auf das aufmerksam machen, worüber wir singen, sondern sie auch inspirieren, aktiv zu sein."

Die Geschwister brachten ihr Debüt "Tū" 2018 im Teenageralter heraus. 2020 stieß Bassist Tūranga Morgan-Edmonds dazu, dessen Gesicht eine traditionelle Māui-Tätowierung ziert. Ihre Texte sind teils in Englisch, teils in der Sprache der Ureinwohner Neuseelands gehalten. Inhaltlich drehen sich die Songs um sozial- und kulturkritische Themen aus Sicht der Māori sowie um Bräuche und Sitten. Dass sie ihr Publikum überfordern könnte, glaubt das Trio nicht: "Metalheads sind sehr intelligente Menschen."

Musikalisch berufen sich Alien Weaponry auf ein breites Feld: "Henry und ich sind mit Pink Floyd aufgewachsen, aber wir haben auch viel Metal gehört - etwa Metallica und später Trivium oder Lamb of God", erzählte Lewis Raharuhi de Jong. "Aber wir fusionieren eben auch Einflüsse aus anderen Genres mit der Musik, die wir mit dieser Band machen." Oft erfolgte Vergleiche mit Sepultura finden die de Jongs "lustig", denn die brasilianische Thrash-Formation habe überhaupt keine Bedeutung für den Sound ihrer Band gehabt, wurde festgehalten.

Die ersten beiden Alben (Nummer zwei "Tangaroa" erschien 2021) schafften es sowohl in der Heimat der Gruppe als auch im deutschsprachigen Raum in die Charts. Auf die Auszeichnung in der Kategorie "Rock Act" mit einem New Zealand Award folgten Auftritte bei großen Festivals in Europa, etwa dem Nova Rock im Burgenland 2024. Für den dritten Streich, der am 28. März in den Handel kommt, habe man sich noch einmal gesteigert, betonten alle drei Musiker unisono.

Bei Angehörigen einer indigenen Gruppe drängt sich die Frage auf, was sie zur Diskussion um "kulturelle Aneignung" sagen. "Solange es nicht um einen billigen Effekt geht, sondern darum, eine Kultur aufzugreifen, weil man sie schätzt, ist das in Ordnung", antwortete der Sänger und Gitarrist. "Bob Marley wurde in unserem Haushalt viel gespielt. Es gibt eine Gruppe in Neuseeland, die covert Marley-Songs in der Sprache der Māori. Das ist doch fantastisch", fügte sein Bruder an.

(S E R V I C E - https://alienweaponry.com)

WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Frances Carter/NapalmRecords/Frances Carter

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