Außerhalb der Städte gehen Wahlen für die Partei von Andreas Babler meist schlecht aus. Das sorgt für Unruhe in ihren Reihen und entfernt sie vom Ziel, bundesweit wieder einmal Erste zu werden.
ANALYSE DER WOCHE
Bei immer mehr Listen werde der Kuchen kleiner, könnten bestehende also nur verlieren, meinte der steirische SPÖ-Vorsitzende Max Lercher nach den Wahlen, die in seinem Land gerade in allen Gemeinden außer Graz stattgefunden haben. In Wirklichkeit ist die ÖVP mit 44 Prozent aller Stimmen jedoch in etwa auf dem Niveau geblieben, das sie seit Jahrzehnten hält, hat die FPÖ mit über 17 Prozent ihr bestes Ergebnis bisher erzielt, ja ist die SPÖ die einzige Partei, die seit den 2000er-Jahren tendenziell abbaut: Statt ursprünglich 43 hält sie nur noch 28 Prozent.
In Niederösterreich, wo im Jänner Gemeinderäte gewählt wurden, sind die Entwicklungen ähnlich. Auch dort wird ausschließlich der Stimmenanteil der SPÖ seit 20 Jahren kleiner und kleiner, sind aus 39 Prozent 26 geworden.
Es deckt sich überhaupt mit dem Ausgang vieler Urnengänge: Während die SPÖ in Städten Erfolge feiert, Mitte März in Bregenz etwa von 30 auf 43 Prozent zulegte, ihr Kandidat Dietmar Prammer bei der Linzer Bürgermeister-Stichwahl im Jänner 77 Prozent erreichte und sie auch bei der Nationalratswahl im September in urbanen Räumen jubeln durfte, hat sie am Land meist die Not.
Die Ausnahme, das Burgenland, ist nicht erfreulich für Bundesparteichef Andreas Babler: Dort beweist sein Widersacher Hans Peter Doskozil, wie es anders geht. Das ist sogar gefährlich für den Vizekanzler, sehnen sich wenig überraschend doch gerade Genossen in der Steiermark und in Niederösterreich etwa nach der Politik, die dieser macht und die nicht die seine ist.
Das Problem der SPÖ abseits von Doskozil ist, dass sie mehr Bildungseliten in den Städten als (Fach-)Arbeiter auf dem Land anspricht, ja dass ihr diese Leute zur FPÖ davonrennen: Das sind so viele, dass sie sich unterm Strich vom Ziel entfernt, bei Nationalratswahlen wieder einmal Erste zu werden.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 13/2025 erschienen.