Der Schauspieler wurde tot gemeinsam mit seiner Ehefrau gefunden. Er wurde 95 Jahre alt.
von
Letztmals betrat Gene Hackman die Glamourbühne Hollywoods 2003: Bei der 60. Verleihung der Golden Globes erhielt er den Ehrenpreis für sein Lebenswerk und bekannte gerührt: "Ich wollte nie etwas anderes sein als ein Schauspieler."
Dabei galt Gene Hackman über Jahrzehnte als einer der Harten der Traumfabrik – ein kompromissloser Schauspieler, der jeden Film veredelte. Nun ist Hackman im Alter von 95 Jahren tot in seinem Haus entdeckt worden.
Zweifacher Oscar-Preisträger
Hackman, der in seiner langen Karriere über 80 Filme drehte, zwei Oscars und drei Golden Globes gewann, war etwa der Star in Werken wie "The French Connection", "Erbarmungslos" oder "Die Royal Tenenbaums", hatte sich aber schon vor vielen Jahren aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er lebte zuletzt fernab von Hollywood in Santa Fe (New Mexico), mit seiner mehr als 30 Jahre jüngeren Frau, der Pianistin Betsy Arakawa, die nun ebenfalls tot aufgefunden wurde.
Als Sohn eines Druckers und einer Kellnerin wuchs Hackman in einer Kleinstadt im US-Staat Illinois auf. Der Vater verließ die Familie, als der Bub Teenager war. Mit 16 Jahren meldete er sich zur US-Marine, wenige Jahre später folgte er seiner Filmleidenschaft und nahm am "Pasadena Playhouse" in Kalifornien Schauspielunterricht, wo auch ein junger Dustin Hoffman studierte. Beide wurden damals in der Klasse als Schüler mit den geringsten Erfolgsaussichten eingestuft. Zusammen zogen sie Ende der 1950er-Jahre nach New York, teilten sich dort eine Wohnung mit Robert Duvall, schlugen sich mit Handlangerjobs durch und lernten das Schauspielhandwerk.
Erste Oscar-Nominierung
Seine erste größere Rolle spielte Hackman 1964 in dem Streifen "Lilith" mit Warren Beatty, der ihn drei Jahre später für "Bonnie and Clyde" engagierte. Als Clydes Gangster-Bruder erhielt Hackman seine erste Oscar-Nominierung als bester Nebendarsteller. Der finale Durchbruch in Hollywood gelang Hackman dann mit dem Thriller "The French Connection" (dt. Titel "Brennpunkt Brooklyn") im Jahr 1971. Als knallharter Drogenfahnder in New York - unter der Regie von William Friedkin - kam Hackman damals zu Oscar- und Golden-Globe-Ehren. "Dieser Film hat meiner Karriere natürlich geholfen und dafür bin ich dankbar", sagte Hackman 2021 der "New York Post". Er selbst habe den Film aber nur einmal kurz nach der Fertigstellung in einem winzigen Vorführraum gesehen.
Danach ging es mit der Karriere rasch bergauf. In "Scarecrow" spielt er einen Landstreicher, in "The Conversation" ("Der Dialog") einen paranoiden Abhörspezialisten. Mit Kassenknüllern wie der John-Grisham-Verfilmung "Die Firma" und "Crimson Tide" schaffte er es auf Hollywoods A-Liste. In dem Travestie-Klassiker "The Birdcage" schlüpfte Hackman in Frauenkleider. Den Goldenen Bären bei den Berliner Filmfestspielen holte er sich 1989 als FBI-Agent in dem Rassismusdrama "Die Wurzel des Hasses". Mit Dustin Hoffman war er in dem Streifen "Runaway Jury" zu sehen.
Zuletzt Karriere als Autor
Einen weiteren Doppelerfolg bei den Globes und Oscars feierte er 1993 als bester Nebendarsteller in dem Western "Erbarmungslos". Unter der Regie von Clint Eastwood spielte er einen sadistischen Sheriff. Seinen dritten Golden Globe holte Hackman als bester Komödiendarsteller in der Familiensatire "Die Royal Tenenbaums" (2001).
Zuletzt glänzte er 2004 in der Politsatire "Willkommen in Mooseport" als arroganter Ex-Präsident, der von Washington in die Provinz zieht. Damals vertraute er US-Talkmaster Larry King an, er wolle aus dem Filmgeschäft aussteigen. Man müsse zu viele Kompromisse machen, klagte der Star. Er hielt sein Wort und trat nicht mehr vor die Kamera. Allerdings machte er als Autor weiter. Er schrieb Bücher, etwa den Bürgerkriegsroman "Escape from Andersonville" (2008) und den Polizeithriller "Pursuit" (2013).
Zufriedene Bilanz
2011 zog er dann in einem seiner seltenen Interviews mit der Zeitschrift GQ eine positive Bilanz seines Lebens. Er sei recht zufrieden mit seiner Entscheidung, Schauspieler zu werden, sagte er damals: "Ich hatte Glück ein paar Sachen zu finden, die ich als Schauspieler gut machte und die ich mir anschauen und sagen konnte: 'Ja, das ist in Ordnung.'"