Die letzten, von Krankheit gezeichneten Jahre ließen das nahende Ende erahnen, doch die Nachricht von seinem Ableben nimmt einem dennoch den Atem. Geboren am 20. Mai 1933, hinterlässt Prof. Erik Hanke, Wiener Gemeinderat a.D., eine beeindruckende Lebensgeschichte voller Engagement, Tatkraft und Mitmenschlichkeit. Von Pius Strobl
Auch wenn der Tod mit fast 92 Jahren nicht unerwartet kam, bleibt die Erkenntnis, dass es immer zu früh ist, wenn eine große Persönlichkeit, ein Mentor und Lehrer diese Welt verlässt. Sein Leben war geprägt von unermüdlichem Einsatz – als Politiker, Unternehmer, Mentor und Vorbild. Vor allem aber von seiner Liebe und Hingabe zu Kindern, Jugendlichen und in Not geratenen Familien.
Roland Weißmann, Generaldirektor des ORF, würdigte ihn treffend: „Erik Hanke war ein Mensch, der über soziales Engagement nicht nur sprach, sondern es auch vorlebte.“ Seine politische Karriere war Ausdruck seines tiefen Verantwortungsbewusstseins und des lebenslangen Kampfs für eine Gesellschaft, in der Gerechtigkeit, Solidarität und Chancengleichheit keine leeren Worte waren. Mit klarem Blick für das Machbare und einer seltenen Mischung aus Pragmatismus und Menschlichkeit setzte er sich unermüdlich für jene ein, die oft ungehört bleiben. Als Vorsitzender des Gemeinderatsausschusses für Bildung, Jugend, Familie und Soziales prägte er die sozialpolitische Ausrichtung Wiens mit bis heute anhaltender Wirkung.
Doch sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf die Politik. Als Pionier der Außenwerbung bewies er als Geschäftsführer der Gewista über Jahrzehnte sein wirtschaftliches Gespür und verband unternehmerischen Erfolg mit sozialem Engagement. Sein Name ist untrennbar mit „Licht ins Dunkel“ verbunden – jedes Jahr erinnern Tausende Plakate an die Weihnachts-Spendenzeit für jene, die dringend Hilfe brauchen. Viele soziale Initiativen tragen seine Handschrift – immer auch mit dem Ziel, Bildung zu fördern und Chancen zu eröffnen.
Als Präsident von „Licht ins Dunkel“, als Präsident der Österreichischen Kinderdörfer und Landesvorsitzender der Wiener Kinderfreunde war er eine zentrale Figur im Engagement für unzählige Kinder und Zehntausende Familien in Not. Kein Wunder, dass er für sein Wirken mit hohen Ehrungen der Republik und der Stadt Wien ausgezeichnet wurde.
Doch Erik Hanke war vor allem eines: ein Mensch mit offenem Herzen, dessen Rat geschätzt wurde, dessen Wort Gewicht hatte und dessen Lachen ansteckend war. Sein Sohn Peter Hanke beschrieb ihn als „politisches Vorbild, Freund, Mentor, liebevollen Kritiker und unerschütterliche Stütze“. Wer ihn kannte, weiß um seine Warmherzigkeit und seine Überzeugung, dass jede kleine Tat einen großen Unterschied machen kann.
Sein Vermächtnis lebt weiter – in seiner Familie, in den vielen Leben, die er berührt hat, in den Projekten, die er angestoßen hat und in den Erinnerungen, die uns trösten und inspirieren sollen. Ich bin dankbar, ihn über Jahrzehnte gekannt zu haben. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Freunden und all jenen, die ihn schätzten. Möge Erik Hanke in Frieden ruhen.
In dankbarer Erinnerung. Prof. Pius Strobl
Über den Autor
Prof. Pius Strobl ist Facility Manager im ORF, Gesamtprojektleiter Medienstandort und für die humanitären Aktivitäten – u. a. „Licht ins Dunkel“ – verantwortlich.
Mit Erik Hanke war er seit dem Kinderdorf Pöttsching (Strobl war Vollwaise und als Jugendlicher einige Jahre im Kinderdorf) in vielen beruflichen und privaten Lebensstationen verbunden.