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Sex ist kein Spitzensport

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Studien zufolge verbrennen Menschen, wenn sie sexuell aktiv sind, bei moderatem körperlichen Einsatz etwa 3,6 Kilokalorien in der Minute. Die gute Nachricht: Spürbare Benefits sind auch möglich, wenn man mit sich selbst Sex hat.

Und bitte kein Stress: Die Slow-Sex-Variante verlangt keine sportlichen Höchstleistungen. Ob mit dem Liebespartner oder auch allein, folgende positiven Wirkmechanismen sichern Sie sich, wenn Sie Sex nicht aus Ihrem Zeitplan streichen:

1. Stressabbau ohne Körpereinsatz

Sex beginnt da, wo Erotik einsetzt. Selbst wenn Sie nicht ganz fit sind, können Sie durch sanfte Berührungen und Streicheln sexuell aktiv sein. Und dabei als gewünschtem Nebeneffekt die Durchblutung und den Stoffwechsel ankurbeln. Eben das ist Slow Sex, nach der Devise „Weniger ist mehr“.

2. Stärkung des Immunsystems

Wer Sexualität nicht mit extremem Körpereinsatz verbindet, fördert durch den natürlichen Austausch von Körperflüssigkeiten beim entspannten Liebesspiel, eben auch schon beim Anfassen und Küssen, die körpereigene Abwehr gegen Erreger von außen. Dies ist freilich nur auf Vertrauensbasis ratsam, da man sich möglichen Infektionsquellen aussetzt. Darum ist Duschen nach dem Geschlechtsverkehr keineswegs „unsexy“ und darf ruhig ins Nachspiel achtsam eingebaut werden. Zudem soll und darf ausgiebig gekuschelt werden. Zärtlichkeiten gehören zur Sexualität und sind nicht etwa nachrangig gegenüber Sex als Orgasmus zentrierter Penetration.

3. Workout-Effekt

Bei höherem Körpereinsatz während des sexuellen Akts trainieren Sie Ihr Herz-­Kreislauf-System. Bei älteren Personen, die Vorerkrankungen haben oder an Bluthochdruck leiden, ist die sanftere Variante des Slow Sex zu bevorzugen: zum Beispiel Streicheln, Kuscheln, Küssen. Der Fantasie nicht keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt und niemandem schadet.

4. Schmerztherapie

Bekanntermaßen verringert Sex die Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin. Das reguliert nicht nur den Blutdruck: In der sexu­ellen Erregung ausgeschüttete Endorphine lindern Schmerzen aller Art und fördern das Glücksempfinden.

5. Bindungsritual

Feiern, ja zelebrieren Sie Ihre Sexualität möglichst regelmäßig: Laut Studien ist ein bis zwei Mal Sex pro Woche optimal. Und vergessen Sie bitte nicht: Selbstbefriedigung ist ein Akt der Selbstfürsorge, kein Zeichen von Egoismus oder gar Desinteresse an partnerschaftlichem Sex. In einer Liebesbeziehung stärkt das beim Kuscheln produzierte Hormon Oxytocin die Bindung und fördert die Fähigkeit, treu zu bleiben.

Fazit: Offen gesagt versteht jeder Mensch etwas anderes unter Sex. Und schon gar unter „gutem Sex“. Ich rate zu einem weit gefassten Begriff von Sexualität, die schon bei Gesprächen und Berührungen beginnt. Und Sexflauten sind kein Ausdruck einer Apokalypse, sondern gehören dazu wie in der Musik die Pause vor dem nächsten Satz. Wer Sex als Verpflichtung oder andauernd erforderlichen Liebesbeweis definiert, steht unter Zugzwang. Und verdirbt sich die schönste Art der Kommunikation im Liebesleben.

Slow Sex beruht auf Vertrauen in sich und die geliebte Person. Und kann die Seele mit Streicheleinheiten heilen, auf die Sie viel zu oft verzichten. Und die Sie aber nicht nur verdient, sondern nötig haben, um sich gesund und lebendig zu fühlen.

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