Von John F. Kennedy bis Obama, von Adenauer bis Selenskij – Füllerhersteller Montblanc und dessen „Meisterstück“ hat in der Politik mehr als nur einmal Geschichte geschrieben. Als Symbol für Beständigkeit, Einfluss und Stil begleitet Montblanc Staatschefs, Kanzler und Minister in historischen Stunden. Ein Blick auf die legendären Schreibgeräte und ihre politischsten Momente.


Der 44. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete mit seinem Montblanc-Kuli zentrale Reformgesetze, darunter den „Affordable Care Act“. Er hatte immer mehrere dieser Stifte auf seinem Schreibtisch im „Oval Office“ liegen. Der Kugelschreiber kostet heute etwa 440 Euro.
In einer zunehmend digitalisierten Welt, einer Welt der E-Mails, Whats-App-Nachrichten und digitalen Signaturen, hat das handgeschriebene Wort seinen Stellenwert nicht verloren. Vor allem nicht in der Politik. Wenn Politiker bedeutende Verträge unterzeichnen, geschieht dies oft mit einem Montblanc „Meisterstück“.
Seit seiner Einführung 1924 hat sich der luxuriöse Füllfederhalter (und in späterer Folge auch die Kugelschreiber) zu einem Statussymbol entwickelt, das weit über seine Funktion als Schreibgerät hinausgeht. Montblanc steht für Stilbewusstsein, Tradition und Beständigkeit: Eigenschaften, die in der politischen Kommunikation damals wie heute von großer Bedeutung sind. An der „Wall Street“ wird der Füller deshalb auch als „Power Pen“ bezeichnet.


Österreichs erst kürzlich erneut angelobte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner ist ebenfalls Montblanc-Fan und verwendete bei der Angeblobung auch ihren eigenen Kuli mit grüner Tinte. Eine Hommage an ihr politisches Vorbild Leopold Figl, der ebenfalls mit grüner Tinte signierte und für seine diplomatische Handschrift in die Geschichte einging.
Revolutionäres und innovatives Schreibgerät
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelten der deutsche Ingenieur August Eberstein und die Hamburger Unternehmer Alfred Nehemias und Claus Johannes Voss auslaufsichere Schreibgeräte, eine Innovation, die das Schreiben revolutionierte.
Das erste Modell, das 1909 erschien, verhinderte Tintenflecken und erhielt deshalb den Beinamen „Rouge et Noir“, in Anlehnung an eine sichere Strategie beim Roulette. Der Name „Montblanc“ ist inspiriert vom höchsten Gipfel der europäischen Alpen, der weiße Stern als Markenzeichen steht für die sechs schneebedeckten Gipfel des Bergs.


Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer trägt sich, gemeinsam mit dem jungen US- Präsidenten John F. Kennedy, 1963 in das „Goldene Buch der Stadt Köln“ ein. Doch der Kanzler hatte nichts zu schreiben dabei: Kurzerhand borgte JFK ihm seinen Montblanc-Füller. Ein Moment, der bis heute als Sinnbild für die deutsch-amerikanische Freundschaft gilt.
Sensationen und Skandale
„A Design that writes history“, so bewirbt Montblanc sein „Meisterstück“. Der Slogan hat durchaus seine Berechtigung, denn seit seiner Einführung haben unzählige prominente, politische Persönlichkeiten das „Meisterstück“ genutzt, um im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte zu schreiben – und manchmal auch die ein oder andere Anekdote: Nicolas Sarkozy war seinerzeit bei einem Staatsbesuch derart fasziniert vom Montblanc-Schreibgerät seines rumänischen Amtskollegen, der ihm den Füller zur Unterzeichnung borgte, dass Sarkozy den Füller nach getätigter Unterzeichnung kurzerhand einsteckte.
Wie begehrt die Tintenschreiber in der politischen Landschaft sind, verdeutlichte ein Vorfall, der als „Montblanc-Affäre“ in die deutsche Geschichte einging: 2009 sollen sich deutsche Bundestagsabgeordnete auf Kosten der Steuerzahler luxuriöse Schreibgeräte von Montblanc gegönnt haben. Insgesamt sollen etwa 68.000 Euro für die Edelfüller ausgegeben worden sein. Seither sind Luxus-Schreibgeräte von der Pauschale ausgenommen, doch ihre Präsenz in der Politik bleibt ungebrochen. So verfasste Kanzler Olaf Scholz im Februar eine handschriftliche Rede zum Gedenken an den verstorbenen Bundespräsidenten Horst Köhler – in schwarzer Tinte und, wie könnte es anders sein, mit einem Montblanc-Füller.


Montblanc ehrt mit seinen „Special Editions“ regelmäßig berühmte Persönlichkeiten und benannte auch eine eigene Kollektion nach John F. Kennedy: Das blaue Edelharz erinnert an Kennedys Zeit in der U. S. Navy und seinen weltberühmten Ivy-League-Style, die Initialen „JFK“ zieren den platinierten Clip und die drei Kappenringe stehen für seine Brüder. Als Würdigung von Kennedys Engagement für das Apollo Raumfahrtprogramm, das nationale Hoffnungen schürte, trägt die handgefertigte 585er-Goldfeder eine Gravur jener berühmten Mondfähre, die 1969 auf dem Mond landete.